Mehr als jeder Zweite sagt: Krankenhausärzte haben zu wenig Zeit für ihre Patienten
Wiesloch/Berlin, 21. November 2007 - Obwohl die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger mit ihrem letzten Krankenhausaufenthalt zufrieden war, steigt die Kritik an der personellen Ausstattung in deutschen Krankenhäusern. Dies ist ein Ergebnis des zweiten MLP Gesundheitsreports, einer repräsentativen Umfrage des Finanzdienstleisters MLP in Kooperation mit dem Institut für Demoskopie Allensbach unter rund 1.900 Bundesbürgern. Demnach sagen 53 Prozent der Befragten, dass Ärzte in Krankenhäusern zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten haben. Zum Vergleich: 1995 kam weniger als ein Drittel der Patienten zu diesem Urteil. Mehr als 40 Prozent halten zudem das Pflegepersonal für überlastet und überfordert; 37 Prozent bemängeln, dass grundsätzlich zu wenig Pflegepersonal in den Krankenhäusern zur Verfügung steht.
Zwar waren bei ihrem letzten Krankenhausaufenthalt 91 Prozent mit der medizinischen Versorgung „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“, dennoch sinkt die Zahl derer, die generell einen guten Eindruck von den deutschen Krankenhäusern haben. 1995 waren dies noch 50 Prozent, in der aktuellen Befragung 44 Prozent. Positiv auf das Urteil wirkt sich die zunehmende Zufriedenheit der Befragten mit Unterbringung und Einrichtung aus. So haben 76 Prozent das Krankenhaus, in dem sie zuletzt gelegen haben, als „sehr sauber“ empfunden. Das sind 21 Prozentpunkte mehr als Mitte der neunziger Jahre. Dass Krankenhäuser über modernste medizin-technische Einrichtungen verfügen, bejahen 57 Prozent. Eine hohe Präferenz haben die Bundesbürger für eine freie Wahl des Krankenhauses; 83 Prozent halten diese für „wichtig“ bzw. „sehr wichtig“.
Bei der Beurteilung von Ärzten im Allgemeinen sind lediglich 36 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Ärzte in Deutschland medizinisch auf dem neuesten Stand sind und moderne Behandlungsmethoden kennen. Hier fällt das Urteil über Ärzte im Krankenhaus mit 47 Prozent besser aus. Deutliche Unterschiede finden sich auch in der Einschätzung über die Entlohnung von Medizinern. Während 38 Prozent der Meinung sind, dass Ärzte viel verdienen, kommen bei Krankhausärzten nur 21 Prozent zu diesem Urteil.
Kostengründe: Jeder Fünfte würde sich im Ausland behandeln lassen
Mittlerweile kann sich jeder fünfte Bundesbürger (21 Prozent) vorstellen, eine größere Zahnbehandlung aus Kostengründen im Ausland vornehmen zu lassen. Für 70 Prozent kommt dies dagegen nicht in Frage. Ihren Gesundheitszustand beschreiben insgesamt 66 Prozent der Deutschen als „ziemlich gut“ oder „sehr gut“.
Weitere Informationen und eine Bestellmöglichkeit des Reports unter www.mlp-gesundheitsreport.de.
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