Investieren wie die Großen

Yale macht es vor: Nur wer heutzutage eine große Bandbreite von Anlageinstrumenten einsetzt, kann dauerhaft überdurchschnittliche Renditen erwarten. Auch Privatkunden könnten künftig verstärkt Zugang zu solchen Konzepten erhalten.

Im Markt für private Vermögensverwaltungen ist derzeit viel Bewegung: Zusätzliche Anbieter verschärfen den Wettbewerb, neue Vergütungsmodelle entstehen und die Eintrittshürden, ab denen Privatkunden eine Vermögensverwaltung offen steht, sinkt. Schon ab 50.000 bis 100.000 Euro gibt es erste Konzepte, die meist auf Investmentfonds basieren. 

Trotz der neuen Vielfalt haben sich die Renditeaussichten für viele deutsche Anleger kaum verbessert und der Depotwert schwankt oftmals im Gleichschritt mit der Wertentwicklung der wichtigsten Aktien- und Rentenindizes. „Viele Vermögensverwaltungen agieren fantasielos und setzen zu stark auf den Heimatmarkt und nahezu ausschließlich auf steigende Kurse bei Aktien und Renten“, sagt Dr. Ulrich Stephan, Leiter des MLP-Vermögensmanagements.

Für einen überdurchschnittlichen Anlageerfolg reicht eine solche Strategie aber heutzutage nicht mehr aus. Denn im Zuge der Globalisierung korrelieren die Kapitalmärkte immer stärker miteinander. Wer mit einem regionalen Schwerpunkt ausschließlich in traditionelle Anlageklassen investiert, vernachlässigt die Streuung im Portfolio.

Welche Vorteile eine breite Diversifikation hat, zeigen beispielsweise die Stiftungsfonds der US-Universitäten Harvard und Yale. So erwirtschafteten die Yale-Vermögensverwalter in den vergangenen zehn Jahren eine durchschnittliche Rendite von jährlich 17,2 Prozent. Dabei setzten sie frühzeitig auf alternative Investments wie Private Equity, Rohstoffe und Immobilien oder Hedge-Fonds. „Yale ist das Paradebeispiel dafür, dass man heute eine Vielzahl von Anlagevehikeln nutzen muss, um weitgehend unabhängig von der Entwicklung der Aktienmärkte ein attraktives Ergebnis zu erzielen“, sagt Stephan.

Die Yale-Strategie anzuwenden, ist für einen einzelnen Anleger natürlich ungleich schwerer als für den 18-Milliarden-Euro schweren Stiftungsfonds. Dabei gibt es rechtlich bereits seit Anfang 2004 die Möglichkeit, Privatanlegern ein wesentlich breiteres Anlagespektrum zu bieten als es viele Vermögensverwaltungen bislang tun. Damals setzte die Bundesregierung mit dem Investmentmodernisierungsgesetz die Richtlinie über Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere (OGAW III), auch bekannt unter dem englischen Kürzel UCITS III, in deutsches Recht um.

Seitdem haben Fondsmanager in bestimmten Konstruktionen eine wesentlich größere Anlagebandbreite zur Auswahl. Beispielsweise können sie Derivate nutzen und Anteile anderer Fonds halten – der Kreativität sind damit nahezu keine Grenzen gesetzt.

Bislang nutzen die Anbieter die neue Freiheit recht zögerlich und es gibt erst wenige Produktinnovationen. „Hier wird sich der Markt in den kommenden Jahren weiterentwickeln“, sagt Stephan. „Denn durch die Einbeziehung innovativer Investmentinstrumente erhalten Privatanleger Renditemöglichkeiten, die üblicherweise nur institutionellen Anlegern offen stehen.“

MLP AG, Februar 2007


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