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Bis 2009 können gesetzlich Versicherte bei einem Wechsel ihrer Krankenkasse mehrere hundert Euro im Jahr sparen - und so ihren privaten Gesundheitsschutz optimieren.

Seit genau zehn Jahren dürfen gesetzlich Versicherte ihre Krankenkasse frei wählen. Sie sind nicht mehr an eine Allgemeine Ortskrankenkasse, die Ersatzkassen oder an ihre Betriebskrankenkasse gebunden, sondern haben die Wahlmöglichkeit aus einer großen Vielfalt an kleinen und großen, teuren und preiswerten Kassen. „Der Wechsel in eine Kasse mit niedrigem Beitragssatz bietet die Möglichkeit, bei vergleichbaren Leistungen mehrere hundert Euro im Jahr zu sparen“, sagt MLP-Vorstand Gerhard Frieg. „Das dadurch gesparte Geld lässt sich hervorragend nutzen, um den gesetzlichen Gesundheitsschutz mit privaten Zusatzversicherungen gezielt zu ergänzen.“ Ein gut verdienender Angestellter, der 3.500 Euro im Monat verdient und bei der AOK Berlin versichert ist, spart zum Beispiel 66,50 Euro monatlich, wenn er in die IKK-Direkt wechselt. Bei der AOK ist ein Beitragssatz von 15,8 Prozent des Monatsbruttoeinkommens fällig, die IKK-Direkt verlangt lediglich zwölf Prozent. In einem Jahr ergibt sich so eine Ersparnis von knapp 800 Euro. Allerdings: Versicherte, die wechseln wollen, müssen verschiedene Kündigungsregeln beachten:

  • Grundsätzlich kann jedes Kassenmitglied seine Kasse jederzeit wechseln. Eine schriftliche Kündigung mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende reicht. An die neue Kasse ist der Versicherte dann mindestens 18 Monate gebunden.
  • Ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn die Krankenkasse ihren Beitrag erhöht. In diesem Fall kann jedes Mitglied, egal ob neu oder alt, innerhalb einer Frist von zwei Monaten nach der Beitragsanpassung kündigen.
  • Das Sonderkündigungsrecht gilt auch dann, wenn die Beitragssatzerhöhung durch eine Fusion zweier Kassen entsteht.
  • Zur Wahl stehen alle gesetzlichen Krankenkassen, die in einem Bundesland ihre Leistungen anbieten, in dem der Versicherte entweder wohnt oder arbeitet.

Wer sich beim Kassenwechsel ausschließlich am Beitrag orientiert, macht grundsätzlich nichts falsch. Mehr als 90 Prozent der Kassenleistungen sind gesetzlich vorgeschrieben und damit nahezu deckungsgleich. Dennoch kann sich ein Blick auf Service und besondere Leistungen lohnen. Das Gesetz bietet den Kassen Spielräume, ihre Versicherten mit be­sonderen Angeboten an sich zu binden. Nicht wenige Kassenmitglieder legen beispielsweise Wert auf den persönlichen Kontakt zu einem Sachbearbeiter und bevorzugen große Kassen mit vielen Geschäftsstellen. Andere Versicherte schätzen medizinische Auskünfte am Telefon oder im Internet. Für sie ist die Krankenkasse oftmals erste Anlaufstelle, wenn es um die Wahl einer Fachklinik oder um Informationen zu einer bestimmten Erkrankung geht.

Die größten Unterschiede zwischen den Kassen gibt es einer Analyse der Stiftung Warentest zufolge bei Kuren, häuslicher Krankenpflege, der Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe und bei der Sterbebegleitung. Besondere Leistungen in diesen Bereichen sind nicht für jedes Kassenmitglied interessant, können im Einzelfall aber wertvoll sein. So sind die meisten AOKs beispielsweise besonders großzügig, wenn es um die Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe geht. Lohnend kann auch ein Extraservice für chronisch Kranke sein. Einige Kassen bieten beispielsweise spezielle Schulungen für Diabetiker, Asthmatiker und Menschen mit Rheuma. Viele Kassen unterstützen mit Zuschüssen Bemühungen ihrer Mitglieder um eine gesunde Lebensführung. Betroffene können also gezielt nach einer für sie passenden Kasse suchen. Nachteile haben Wechselwillige nicht zu befürchten. Sagt ihnen die neue Kasse nicht zu, dürfen sie spätestens nach 18 Monaten erneut umsteigen.

Finanziell interessant ist der Wechsel zwischen zwei Krankenkassen allerdings nur bis Ende 2008. Denn die Gesundheitsreform sieht vor, dass alle Kassen ab dem 1.Januar 2009 einen einheitlichen Beitragssatz von ihren Mitgliedern verlangen. Dann werden sich die Anbieter nur noch über Service und Leistungen differenzieren können.

FORUM, Mai 2007


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