Richtig abgesichert in den Urlaub

Über die Osterferien verreisen viele Deutsche. Wer sorgenfrei in den Urlaub starten möchte, sollte sich vorab Gedanken über die wichtigsten Versicherungen machen und die unterschiedlichen Angebote vergleichen.

Mit rund 60 Milliarden Euro geben die Deutschen weltweit jährlich am meisten für Urlaubsreisen aus. Auch über Ostern zieht es viele wieder in die Ferne. Wer eine Reise plant, sollte sich vorab immer auch um einen ausreichenden Versicherungsschutz kümmern. Doch nicht jede angebotene Versicherung ist für jeden gleichermaßen geeignet, einige sind sogar überflüssig. MLP gibt einen kurzen Überblick:

Sicherheit von Anfang an: Reiserücktrittsversicherung inklusive Reiseabbruchschutz
Eine Reiserücktrittsversicherung ist sinnvoll, vor allem, wenn man seinen Urlaub früh bucht: Denn wer weiß schon, ob er ein halbes Jahr nach der Buchung krank oder anderweitig verhindert ist. Insbesondere bei kurzfristigen Absagen können ohne Reiserücktrittsversicherung hohe Stornogebühren anfallen. Das unterschätzen rund 60 Prozent der Deutschen laut einer aktuellen Studie.

Viele Reisen werden mittlerweile online gebucht. Der dazugehörige Versicherungsschutz für einen Rücktritt kann meist direkt im Anschluss dazugebucht werden. Dies ergibt aber nur im Einzelfall Sinn. Und zwar dann, wenn der Reisende keine Jahrespolice abgeschlossen hat, die alle seine Reisen abdeckt. Wer mehr als eine Reise im Jahr unternimmt, sollte in jedem Fall eine Jahrespolice abschließen – und dabei vor allem auf die enthaltenen Leistungen achten.

Merkmale einer guten Reiserücktrittsversicherung
„Eine gute Reiserücktrittsversicherung enthält beispielsweise keine Selbstbeteiligung. Das lohnt sich insbesondere bei teuren Reisen“, sagt Michael Schwarz, Leiter Produktmanagement Sachversicherung beim unabhängigen Finanzberater MLP. Außerdem sollten die versicherten Personen möglichst weit gefasst sein. Damit spart man sich zusätzliche Einzelabsicherungen zum Beispiel für mitreisende Familienangehörige.
Spezielle Familientarife sind für mehrere Personen zudem günstiger, als jeden einzeln ab zu sichern. Auch Paare sollten hier prüfen, ob ein Familientarif geeignet ist. Bei langen Reisen ist es ratsam, beim Tarif außerdem auf eine hohe maximale Reisedauer zu achten. Hier gibt es große Unterschiede von 30 bis hin zu 93 Tagen am Stück.

Neben einer Reiserücktrittsversicherung ist eine Reiseabbruchversicherung empfehlenswert: Sie schützt den Urlauber vor den Mehrkosten, wenn er – etwa wegen eines Unfalls – vorzeitig nach Hause zurückkehren muss. Gute Reiserücktrittsversicherungen schließen den Reiseabbruch mit ein.

Günstig und sinnvoll: Auslandskrankenversicherung
Bei Reisen außerhalb Deutschlands ist außerdem eine Auslandskrankenversicherung ratsam, denn die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bietet nur begrenzt Schutz: Sie übernimmt Krankheitskosten nur in EU-Ländern oder in Staaten, die ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland haben und auch hier nur bis zu einer Höhe, die im jeweiligen Ausland üblich ist. Wer in Länder außerhalb der EU reist, ist also völlig ohne Versicherungsschutz und muss die Behandlungskosten im Ernstfall selbst tragen. Doch nicht nur für GKV-Versicherte ist eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll. Je nach Tarif genießen privat Krankenversicherte im Ausland zwar einen umfangreicheren Schutz, doch auch sie profitieren von einer Auslandskrankenversicherung: Erstens schonen PKV-Versicherte bei einer Behandlung im Ausland den Selbstbehalt, zweitens ihre Beitragsrückerstattung. Diese wird gewährt, wenn der Versicherte eine gewisse Zeit lang keine Leistung in Anspruch genommen hat.

Eine Auslandskrankenversicherung ist bereits für fünf bis sechs Euro zu haben. Sie kommt für die Behandlungskosten auf und deckt auch die Kosten für einen Rücktransport, sofern er medizinisch notwendig ist. „Wichtig ist, dass die Versicherung so lange für die Behandlung aufkommt, bis der Patient wieder transportfähig ist und nach Hause reisen kann – egal wie lange das dauert“, erklärt Clemens Keller, MLP-Experte für Krankenversicherungen. Denn bei einigen Versicherten ist die Leistungsdauer auf 30 Tage nach Ablauf der maximalen Reisedauer beschränkt, danach besteht kein Versicherungsschutz mehr. Wer längere Auslandsaufenthalte plant, sollte sich übrigens nach speziellen Policen erkundigen. Die üblichen Auslandskrankenversicherungen gelten nur für Reisen von bis zu acht Wochen am Stück.

Gepäckversicherung bei Bedarf ratsam
Daneben gibt es Versicherungen, die je nach persönlichem Bedarf Sinn ergeben. Dazu gehört beispielsweise eine Gepäckversicherung. Sie ersetzt die Kosten, wenn das Reisegepäck gestohlen oder beschädigt wird, und ist sinnvoll, wenn sich darin Wertsachen wie Schmuck oder teure Elektronik wie Kamera oder Computer befinden. Die Erstattung erfolgt entweder bis zum Zeitwert des Gepäcks beziehungsweise bis zu einer vorher vereinbarten Summe. Für Wertsachen gilt allerdings eine festgesetzte Höchstgrenze. „Hier lohnt es sich, verschiedene Tarife miteinander zu vergleichen“, sagt MLP-Sachversicherungsexperte Michael Schwarz. Der Versicherte kann eine Reisegepäckversicherung entweder für einen begrenzten Zeitraum oder für das gesamte Jahr abschließen.

Überflüssige Versicherungen
Auf Unfall-, Haftpflicht- oder Rechtsschutzpolicen, die speziell an eine Reise gekoppelt sind, können Urlauber dagegen durchaus verzichten. „Gegen Unfälle oder Haftpflichtschäden sollte man das ganze Jahr über abgesichert sein und diesen Schutz niemals nur auf eine Reise beschränken“, sagt Michael Schwarz. Urlauber sollten vor ihrer Reise nachfragen, ob der vorhandene Versicherungsschutz auch im Ausland gilt.

MLP AG, April 2012

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