Früh absichern lohnt sich

Berufsunfähigkeit ist auch bei Studenten und Berufseinsteigern ein nach wie vor unterschätztes Risiko. Dabei ist es wichtig, möglichst früh mit der Absicherung zu beginnen.

Für die meisten Studenten und Berufseinsteiger liegen gesundheitliche Probleme in weiter Zukunft. Zwar gibt es für Krankheiten oder Unfälle, die bis zur Erwerbsminderung oder gar Berufsunfähigkeit (BU) führen können, durchaus ein Bewusstsein: Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Psychonomics im Auftrag von MLP halten 81 Prozent der Studierenden eine BU-Absicherung für notwendig. Jedoch besitzen nur 19 Prozent tatsächlich einen entsprechenden Vertrag.

„Viele ziehen keine Konsequenz aus der Tatsache, dass in Deutschland jeder vierte Arbeitnehmer berufsunfähig wird“, sagt Miriam Michelsen, Leiterin Vorsorge bei MLP. Häufigste Ursachen für Berufsunfähigkeit sind Erkrankungen am Bewegungsapparat und Nervenkrankheiten – Unfälle machen mit rund zehn Prozent einen vergleichsweise geringen Anteil aus (siehe Grafik).

„Gerade beim Thema Berufsunfähigkeit ist es wichtig, sich frühzeitig abzusichern“, sagt Miriam Michelsen. Denn dem Abschluss einer BU-Versicherung geht eine Gesundheitsprüfung seitens des Versicherers voraus. Wer dabei einen schlechten Gesundheitszustand vorweist, erhält mitunter keinen oder nur einen eingeschränkten Versicherungsschutz. Gründe für eine Ablehnung oder Ausschlüsse sind oft Vorerkrankungen wie Asthma, Rückenbeschwerden oder psychische Leiden wie eine behandelte Prüfungsangst. Im Gegenzug sind die BU-Beiträge umso niedriger, je jünger und gesünder ein Versicherter beim Vertragsabschluss ist. „Früh absichern lohnt sich also“, sagt Michelsen.

Da Studierende und Berufseinsteiger oft über eine eher geringe Liquidität verfügen, haben mehrere Anbieter in den vergangenen Jahren Versicherungen mit einem verminderten Anfangsbeitrag entwickelt. Das heißt, die Versicherten zahlen in den ersten Jahren nur einen Teil des späteren Beitrags, erhalten aber im Fall der Fälle die volle Berufsunfähigkeitsrente. Später, wenn das Gehalt gestiegen ist, erhöht sich dann die Prämie in einem zuvor vereinbarten Modus. Entscheidender Vorteil: Es fällt keine erneute Gesundheitsprüfung an.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, für den Ernstfall 80 Prozent des laufenden oder angestrebten monatlichen Nettoeinkommens zu versichern. Bei der Auswahl eines der rund 100 Anbieter am Markt, die oft mehrere Tarife mit unterschiedlichen Bedingungen und Leistungen anbieten, ist die genaue Berücksichtigung der persönlichen Bedürfnisse entscheidend. Darüber hinaus sollten Berufseinsteiger darauf achten, dass ihr Vertrag Nachversicherungsoptionen beinhaltet – beispielsweise um den Schutz bei Gründung einer Familie ohne neue Gesundheitsfragen erhöhen zu können. Ebenso sollte die BU-Rente eine garantierte Steigerung enthalten, um Inflationseffekte auszugleichen.

Außerdem wichtig für Studierende: Der angestrebte Beruf muss von Anfang an mitversichert sein. Angehende Ärzte sollten sich zum Beispiel vergewissern, dass ihr Schutz eine Infektionsklausel enthält, die dafür sorgt, dass die Leistung auch bei einem Berufsverbot aufgrund einer Infektionskrankheit erfolgt. Außerdem sind so genannte Verweisungsklauseln tabu – also die Möglichkeit, dass die Gesellschaft den Versicherten im BU-Fall auf andere Berufsfelder verweist.

MLP AG, November 2010

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