Steuererklärung 2011: Vorsorge- und Versicherungsbeiträge richtig ansetzen

Wer seine Beiträge zu Versicherungen und Altersvorsorge fehlerfrei in der Steuererklärung angibt, sichert sich die bestmögliche Erstattung.

Mit den seit Jahresbeginn eintreffenden Lohnsteuerbescheiden bei Angestellten steht für viele die Steuererklärung an. Die Bearbeitung der Unterlagen wird in diesem Jahr durch das erstmals verbindlich geltende vereinfachte Bescheinigungsverfahren für Vorsorgebeiträge erleichtert. „Versicherungsunternehmen sind nun gesetzlich dazu verpflichtet, die Beiträge für Basis- und Riester-Rentenversicherungen für das zurückliegende Beitragsjahr eigenständig elektronisch an das Finanzamt des Versicherten zu übermitteln“, sagt Miriam Michelsen, Leiterin Produktmanagement Vorsorge bei MLP. Vorraussetzung dafür ist aber, dass der Vorsorge-Sparer seine Einwilligung zur Übermittlung erteilt hat und dem Versicherer die Steueridentifikationsnummer vorliegt. Der Kunde erhält dann vom Versicherer zur Kenntnis eine Bescheinigung der übermittelten Daten innerhalb des ersten Quartals.

Liegt dem Versicherer die Einwilligung des Kunden zur elektronischen Datenübermittlung nicht vor oder ist die entsprechende Steuer-ID unbekannt, benötigen Vorsorge-Sparer für ihre Steuerunterlagen auch weiterhin von ihrer Versicherung die Beitragsbescheinigung in Papierform. Jederzeit können Kunden ihrem Versicherer nachträglich die elektronische Datenübermittlung gewähren. Die Freigabeerteilung greift dann aber erst für das Steuerjahr 2012, da die Versicherungsunternehmen die Vorsorge-Beiträge für 2011 bereits gemeldet haben.

Vorsorge-Beiträge richtig absetzen
Parallel zu dieser Meldung müssen Vorsorge-Sparer nach wie vor ihre Riester- und Basis-Rentenbeiträge in der Steuererklärung angeben, um sich die Förderung zu sichern. Bei Riester lassen sich jährlich maximal 2.100 Euro in der Anlage “AV“ ansetzen. Die Angaben in diesem Formblatt sind die Basis dafür, dass das Finanzamt mit der sogenannten Günstigerprüfung automatisch feststellt, ob sich der Riester-Sparer mit der Zulage oder dem Sonderausgabenabzug besser stellt.

Der Jahresgesamtbeitrag der Basis-Rente und eine eventuell daran gekoppelte Berufsunfähigkeitszusatzversicherung sind in Zeile 7 der Anlage „Vorsorgeaufwand einzutragen. Wer seine Beitragsumme irrtümlich in Zeile 47 unter Beiträge zu „freiwilligen eigenständigen Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen“ einträgt, wird vom Finanzamt nicht darüber informiert und erhält je nach Einkommenshöhe keine Erstattung. In Zeile 47 gehören ausschließlich Beiträge zur selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung.

Am einfachsten in punkto Steuer haben es Vorsorge-Sparer bei der betrieblichen Altersversorgung. Hier sind weder gesonderte Anträge noch Angaben in der Steuererklärung notwendig, denn die Beiträge reduzieren das Bruttogehalt und wirken sich somit direkt steuermindernd aus. Zudem sind sie bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2011: jährlich 2.640 Euro) sozialversicherungsfrei.

Weitere Versicherungskosten absetzen
Arbeitnehmer können ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung für 2011 in Höhe der Basisabsicherung voll ansetzen. Die Angaben hierzu werden in die Anlage „Vorsorgeaufwand“ in den Zeilen 12 bis 43 eingetragen. Liegen die tatsächlichen Aufwendungen über dem Höchstbetrag von 1.900 Euro (Selbstständige 2.800 Euro) darf der Gesamtbetrag angesetzt werden. „Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass auch die Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge des Ehepartners und der Kinder steuerlich geltend gemacht werden können“, sagt Miriam Michelsen. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag, wenn sie sich für eine gemeinsame Veranlagung entscheiden.
Wenn die Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung unter dem absetzbaren Maximalbetrag liegen, können Steuerzahler bis zur Höchstgrenze auch weitere Vorsorgeaufwendungen wie etwa die Haftpflicht-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung mit Angaben in den Zeilen 47 und 48 ansetzen.

Grundsätzlich müssen Steuerzahler ihre Einkommensteuererklärung 2011 bis zum 31. Mai abgeben. Hilft ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, erweitert sich diese Frist automatisch bis Jahresende. Nur in begründeten Einzelfällen verlängert sie das Finanzamt nochmals bis Ende Februar 2013.

MLP AG, März 2012

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